Jelly-like Plazenta Teil I – Die Diagnose

Eigentlich wollte ich einen Blog über Diabetes und Schwangerschaft starten, bei mir wurde Anfang 2019 eine Insulinresistenz festgestellt, und mir sind zu diesem Thema irgendwie zu wenige gute Plattformen begegnet. 

Doch nun muss über etwas anderes berichten. Etwas, was ich zwar ganz rational für möglich gehalten, aber eben nicht gewagt habe, für mich, für uns, als reales Risiko einzuordnen. 

Wir, mein Partner und ich, haben das erlebt, was „sehr selten“ vorkommt. Wir gehören statistisch gesehen zu den 0,3 %, denen passiert, was uns passiert ist. 

Ich war 21 Wochen schwanger und musste dann unsere Tochter tot zur Welt bringen. 


I love you

„Wollen wir eigentlich versuchen, ein Kind zu bekommen? Ich bin eben schon 35 und müsste so langsam mal hinne machen.“ 

So oder so ähnlich fängt die Thematik „Nachwuchs“ bei meinem Partner und mir an. Wir sind zu dem Zeitpunkt etwa 2 Jahre zusammen und empfinden beide unsere Beziehung als sehr glücklich, respektvoll, ausgeglichen. Perfekt, könnte man sagen. 

Zwar dauert es noch ein paar Wochen, bis sich mein Partner FÜR einen Versuch entscheidet, er ist aber auch 6 Jahre jünger als ich, also hab ich das total verstanden. 

Er gewöhnt sich allerdings an die Vorstellung, bald zu viert (der Hund, den ich mit in die Beziehung bringe, ist ja schließlich ein vollwertiges Familienmitglied) sein zu können und so legen wir los. 🙂

Nach 2 Monaten dann die frohe Kunde, die ich ihm am Telefon mitteile (er war auf Tour und ich konnte es unmöglich für mich behalten): „Eeeehm, ich müsste Dir da noch was sagen.“ „Du bist schwanger!“ „Jup!“ „Hättest Du mir das nicht persönlich sagen können?“ – „eehehe…eeehm… ich liebe Dich?!“ 

Naja, er hat sich natürlich gefreut, aber ich verstehe auch, dass er es nicht so toll findet, die News vor einem Club zu bekommen und es außerdem niemandem erzählen zu können. Es ist ja noch ganz frisch und 12 Wochen sollte man schon warten. Für den Fall, dass was schief geht….nicht wahr….

So beginnt unsere Reise durch die Schwangerschaft. 

Überschattet von der 3 Monate vorher gestellten Diagnose „Insulinresistenz“ und „Fettleber“, inklusive erhöhter Leberwerte, ist der Start sehr holprig und ich muss mich komplett umstellen. Da ich aber eine lange Vergangenheit mit Essstörungen, Diäten und ketogener Ernährung (meine Leberwerte normalisierten sich innerhalb weniger Wochen durch low-carb) habe, sind mir zum Glück einige Grundlagen bekannt und ich muss nur noch lernen, wie verschiedene Lebensmittel sich auf speziell meinen Organismus auswirken. 

Es hat lange gedauert, bis mein Blutzucker in einem normalen Bereich ist. Erst, als ich ein Beschäftigungsverbot bekomme, stellt er sich langsam ein. 

Laut Gynäkologin und Diabetologin, die auch super zusammengearbeitet haben, seien meine Werte nicht bedrohlich für das kleine Würmchen und ich könne und müsse mich entspannten und meine Schwangerschaft einfach genießen. 

Total easy, für einen Kontrollfreak wie mich. Kein Problem. Entspanne ich mich einfach.

Die ersten gynäkologischen Untersuchungen sind auch tip-top, auch die frühe Feindiagnostik, die ich aufgrund der Stoffwechselstörung (Insulinresistenz) verordnet bekomme, ist super. Kein Grund zur Sorge. Alles so, wie es sein soll.

Bei allen Terminen ist mein Partner, der Vater des Kindes, dabei. 

„Wann wollt ihr eigentlich das Kinderzimmer machen?“ – „Naja, eigentlich so schnell wie möglich, damit ich auch noch was mit helfen kann. Das wird mit wachsender Plautze ja doch immer schwerer. Aber ich würde ganz gerne noch die normale Feindiagnostik abwarten, die ist am 09.10.“ Meine Freunde wollen gerne beim Einrichten des Zimmers helfen. 

Irgendwie bin ich seit einiger Zeit etwas zögerlich, was das Zeigen meiner Schwangerschaft angeht. Am Anfang habe ich es noch vielen erzählt, weil ich mich so gefreut habe. Aber irgendwas hat mich auf einmal gebremst. Ich wollte schon längst Strampler kaufen und ein Foto von mir mit kleinem Bauch in einer Story posten. „Ach, ich warte mal bis nach der Feindiagnostik.“

Wahrscheinlich Intuition. Wahrscheinlich hab ich da schon etwas geahnt. 

Beim nächsten Gyn Termin am 17.09., ich bin diesmal alleine, ohne meinen Partner, wird es dann merkwürdig.
„Ihr Kind ist ja sehr zierlich. Aber das hatten wir schon von Anfang an gedacht, oder? Dass die Befruchtung eventuell etwas später war?“ – „Eeehm, neee…Eigentlich war es „zu groß“, also wir dachten, die Befruchtung war eher ein paar Tage vorher als berechnet.“ – „Hmm, ok. Der Doppler ist auch grenzwertig. Ah, wir müssen noch Ihren Blutdruck messen, das haben wir eben noch nicht gemacht.“ 

Der war dann natürlich erhöht. Ich muss 10 Minuten warten, dann wird er nochmal gemessen. Immer noch erhöht. „Sie müssen bitte nochmal zur Ärztin rein.“ 

Die sagt mir dann, dass sie in meinem Fall, wegen Diabetes und so, besonders vorsichtig sei, ich solle mir keine Sorgen machen, aber wir müssten den Blutdruck nochmal testen. Ich soll also außerplanmäßig eine Woche später wieder kommen. 

Kurz zur Erklärung: Dieser Termin ist bei 18+2, das Ultraschallbild hat ein Gewicht von 180 Gramm gezeigt, was etwa 17+ 2/3 ergibt. Also ist das Kind hier sozusagen eine Woche zu klein. Da die Messungen ohnehin nicht immer 100%ig sind, abhängig von Qualität des Ultraschallgerätes und anderen Faktoren, solle ich mir aber keine Sorgen machen, so die Gynäkologin. Das klingt eigentlich nachvollziehbar und ok. Aber es fühlt sich ganz anders an. Nicht nachvollziehbar. Nicht ok.

Kaum aus der Praxis raus, fange ich an zu weinen. Ich hab ein unglaublich unangenehmes Gefühl. Ich bin mir sicher, irgendwas stimmt nicht. Hab ich doch zu wenig gegessen? Der Blutzucker war wirklich sehr niedrig die letzte Zeit. Nüchtern bei unter 80. 

Die, denen ich es erzähle, versuchen, mich zu beruhigen. “Es gibt ja Kinder, die etwas kleiner sind.”

 Also versuche ich mir einzureden, dass es wirklich einfach vielleicht ein kleines Kind ist. Bei Eltern, die eine Größe von 1,78 cm und 1,85 cm haben, schwer vorstellbar, aber es kann ja sein. 

Am 24.09. ist mein zweiter Hebammen Termin. Heute sollen die Herztöne abgehört werden.

„OH MEIN GOTT! WIE COOL IST DAS DENN????“

Ich bin total hin und weg. Wie abgefahren!

Das Herz schlägt so schnell. Aber es klingt so schön. Ich hab Tränen in den Augen, vor Freude.

„Alles super, es klingt so, wie es soll.“

Ich erzähle ihr von dem Gyn Termin eine Woche zuvor, auch sie beruhigt mich. 

Oh dieser Herzschlag. Oh wie schön.

Dann, am 25.09. ist die erneute Blutdruckkontrolle in der Frauenarztpraxis. Immer noch nicht ok.  Zwar nicht mehr so hoch, wie die Woche vorher, aber erhöht. 

„Wir schauen uns das Kind nochmal an.“   Ich bin schon am Zittern. Mir ist übel. 

„Ja..an der Größe hat sich nichts geändert. Immer noch 180 Gramm. Das ist etwas zu klein bei 19+3. Der Doppler ist weiterhin sehr auffällig und die Fruchtwassermenge ist doch sehr gering. Ich würde Sie gerne jetzt schon zur Feindiagnostik schicken, bis zum 09.10. ist doch etwas zu lange. Bitte regen Sie sich nicht zu sehr auf. Es geht einfach darum, dass ich hier nicht so gute Geräte habe. Ich schicke Sie direkt ins Krankenhaus, nur zur Sicherheit. Wir werden alles organisieren, warten Sie bitte kurz im Wartezimmer.“

Das mach ich dann auch. Mit Tränen in den Augen. „Sie können am 01.10. ins Krankenhaus zur Feindiagnostik.“ 

Das ist mir zu spät. Ich nehme den Termin dankend an und rufe zuhause dann bei meiner Praxis, in der ich regulär den Termin am 09.10. gehabt hätte, an. Nach Schilderung der Thematik und Aufzählung der Diagnosen auf dem Überweisungsschein, können wir direkt am nächsten Morgen vorbeikommen. 

Ich bin total fertig mit den Nerven. In der Nacht werde ich gegen 3 Uhr wach und weine 2 Stunden lang. Wie ein kleines Kind. Schluchzend. Ich weiß, dass etwas nicht stimmt. 

Die Mutter meines Partners sagt „ich habe ein gutes Gespür, ob und wenn etwas passiert. Und die letzten Tage hatte ich kein schlechtes Gefühl. Es wird alles gut sein.“ – „Ich hoffe es, aber ich hab leider ein ganz ganz finsteres Gefühl.“ 

Der Ultraschall beginnt und zunächst sieht alles ok aus: „Sie wollten wissen, was es ist, oder? Es ist ein Mädchen, sehen Sie?“ Das war ein sehr schöner Moment. 

Doch auf einmal ist der sonst sehr redselige Arzt extrem still. „Wissen Sie, es macht mir Angst, dass Sie so gar nichts sagen, wenn ich ehrlich bin.“ – „Ja, berechtigter Weise.“ 

Ab da wird es total surreal. 

Der Arzt drückt den Ultraschallkopf ständig wieder auf meinen Bauch. „Sehen Sie, das sieht etwas komisch aus.“ 

Ich konnte nichts sehen, um ehrlich zu sein. Gar nichts. Ich war bereits am weinen. Mein Partner hält ohne Unterbrechung meine Hand und versucht mich zu beruhigen. 

“Die Plazenta….warten Sie kurz, ich hole meinen Kollegen, der hat genau zu diesem Thema geforscht!”

Ich kann nicht aufhören zu weinen. Was passiert hier? Ich sehe meinen Partner an: „Was zur Hölle?“

Da steht der besagt Kollege auch schon im Raum und schaut sich den Ultraschall an. „Mmh, ja, ja.“ Das ist alles was ich von dem Gespräch der Experten verstehe. Und zum Glück dann noch: „Kommen Sie bitte mal mit rüber, in mein Raumschiff. Ich hab noch ein Gerät, was hierfür besser geeignet ist.“

Der Weg führt durch den Warteraum, wo bereits 3 andere Paare sitzen und auf deren Möglichkeit warteten, Ihr gesundes Kind in 3D sehen zu können. Und dann laufen wir da durch. Die armen Paare…. völlige Hektik und Tränen überströmt. Was die gedacht haben müssen.

Dann geht die Untersuchung weiter und wir bekommen eine Erklärung: 

„Sehen Sie das? Die Plazenta? Wenn ich hier so ganz schnell mit dem Ultraschallkopf reindrücke, dann verschwindet sie kurzzeitig. Und das sollte sie nicht. Sie sollte fest an ihrem Platz bleiben. Sehen Sie? Hier? Sie verschwindet einfach komplett und kommt wabernd wieder ins Bild. Das nennt sich „Jelly-like Plazenta“. Das Problem hierbei ist, dass durch diesen Abschnitt keine Versorgung für Ihr Kind stattfindet. Wenn Sie also eine Portion essen, bekommt ihr Kind davon nur eine halbe, maximal, ab. Und deshalb ist es auch so klein. Die Plazenta ist allerdings sehr smart. Sie weiß, dass sie Ihr Kind nicht ausreichend versorgt. Deshalb gibt Sie an das Gehirn den Auftrag, dass sie mehr Druck aufm Kessel braucht. Und das wiederum erhöht Ihren Blutdruck. Und hier besteht eben jetzt für Sie eine gewisse Gefahr. Sie haben schonmal von einer Eklampsie, bzw. Präeklampsie, gehört? Richtig, eine Schwangerschaftsvergiftung. Die kann unter Umständen für Sie beide, Sie und Ihr Kind, lebensbedrohlich werden. Wir müssen also Ihren Blutdruck engmaschig beobachten, bitte besorgen Sie sich ein Messgerät für zuhause.Steigt der Blutdruck über 160 im systolischen, also ersten Wert, oder 90 im diastolischen, also zweiten Wert, an, gehen Sie bitte direkt ins Krankenhaus. Es kann sonst aufgrund des Druckes auch im Gehirn zu schweren Schäden kommen. Sollten Sie sonstige Symptome entwickeln, wie beispielsweise starke Kopfschmerzen, flimmern vor den Augen oder Oberbauchschmerzen, gehen Sie bitte umgehend ins Krankenhaus. Egal wo Sie gerade sind. Sie lassen alles stehen und liegen und gehen ins Krankenhaus.“

Ich nicke nur die ganze Zeit und weine. Es ist total absurd. Das kann doch nicht sein. Das passiert doch nicht wirklich gerade. Fuck Fuck Fuck Fuck. Mehr kann ich nicht sagen und nicht denken. 

 „Wir nehmen Ihnen jetzt nochmal Blut ab, um zu schauen, ob es wirklich das ist, was wir vermuten, eine Art Plazentainsuffizienz. Wir möchten Ihnen außerdem eine psychosoziale Beratung ans Herz legen. Viele Eltern ziehen jetzt schon die Notbremse. Zum einen, wegen der Gefährdung für die Mutter, zum anderen ist ihr Kind noch so klein, es ist außerhalb der Gebärmutter noch nicht lebensfähig. Wissen Sie, WENN ihr Kind die nächsten 5 Wochen überlebt, dann steht ihnen ein langer und sehr beschwerlicher Weg bevor. Es kann natürlich immer alles gut gehen, aber in dem Stadium haben wir noch nichts erlebt, wo es glatt lief.“

Wieder habe ich nur genickt und geweint. Fuck Fuck Fuck Fuck.

„Das Herz Ihres Kindes ist noch sehr klein. Durch die Fehlfunktion der Plazenta, funktioniert nicht nur die Versorgung nicht ausreichend, sondern auch die Stoffe die vom Kind wieder weg müssen, kommen nicht raus. Ihr Kind muss daher die doppelte Herzleistung aufbringen und die Wahrscheinlichkeit, dass es das noch 5 Wochen durchhält, ist sehr gering. Es bräuchte aber mindestens 500 Gramm, da die Schläuche zur Beatmung sonst einfach zu groß sind und nicht eingeführt werden können. Die Lungenbläschen müssten mindestens auf dem Stand der 25. SSW sein. Ihr Kind ist jetzt in der 20. SSW und wiegt nur 180 Gramm.“

Laut einer meiner 2 Schwangerschafts-Tracking-Apps, ist das in etwa das Gewicht eines Baby-Igels. So niedlich. Die Apps habe ich an diesem Tag gelöscht. Beide. 

Fuck Fuck Fuck Fuck. 

Wir sollen eine Woche später nochmal wieder kommen. Warum, ist mir da auch nicht klar. Es hört sich alles so vernichtend an. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir uns entschließen müssen, die Schwangerschaft abzubrechen, unser Kind umzubringen. 

Wir gehen zur psychosozialen Beratung, was mir persönlich sehr geholfen hat. Die Ärztin ist sehr nett und hat alles nochmal erklärt. Sie sagt auch, wir sollen uns die Woche bis zum nächsten Termin Zeit nehmen und mit jeglicher Entscheidung bis dahin warten. Solange ich keine Anzeichen für eine Präeklampsie aufweise und das Kind mitmacht, könne die Schwangerschaft bestehen bleiben. Steht meine Gesundheit auf dem Spiel, hätte ich kein Mitspracherecht mehr. Quasi…

Die Wahrscheinlichkeit, dass unser Kind schwerbehindert wird, ist allerdings sehr hoch. Aber Wunder gäbe es schließlich immer wieder. 

Ich bin danach etwas ruhiger und habe die Woche damit verbracht, mich mit unserem Kind zu unterhalten, mich aber irgendwie doch schon zu verabschieden. Gleichzeitig habe ich täglich auf das Wunder gehofft.

Eine Woche später gehen wir wieder in die Praxis für Feindiagnostik zu unserem Termin. 

Der Arzt erklärt uns, dass die Kinderärzte wirklich sehr gut ausgestattet und ausgebildet sind und heutzutage einiges gemacht werden kann. Solange meine Gesundheit nicht gefährdet ist und das Kind durchhält. 

„Na dann wollen wir mal schauen.“

Als der Ultraschallkopf an meinem Bauch ist, hab ich es sofort gesehen. Unser Kind bewegt sich nicht. Das Herz schlägt nicht. Es ist sonst so aktiv und das Herz so gut sichtbar. Jetzt. Nichts. Keine Bewegung. Einfach nichts. 

„Ihr Kind hat sich bereits entschieden.“ 

Ich bin erschüttert und erleichtert zugleich. In meinem Kopf kommt mir sofort ein „Danke!“ in den Sinn. Danke, dass wir nicht über Dein Leben entscheiden müssen! Danke, dass Du es so lange versucht hast und die letzten 5 Monate jeden Tag bei mir warst. Danke, dass Du uns gezeigt hast, auf welchem Level unsere Beziehung ist und wie sehr wir uns aufeinander verlassen können. Danke für alles.

Mein Partner sagt: „Dann ging es Dir deshalb gestern Abend so schlecht. Du hast es gemerkt.“ und ja, er hat recht! 

Am Abend vor der Untersuchung geht es mir schlagartig ganz komisch. Mein Blutdruck fällt ab, mein Blutzucker steigt an. Aus dem Nichts. Ich kann nicht sitzen, nicht stehen. Ich habe keine Schmerzen, bin aber scheinbar total blass.
Ja. Das war es bestimmt. Ich habe gemerkt, wie unser Kind gestorben ist. 

„Es ist nun so, dass Sie ins Krankenhaus müssen und die Geburt eingeleitet wird. Wollen Sie sich über das Wochenende noch Zeit nehmen? Oder heute direkt ins Krankenhaus?“

Ich will direkt ins Krankenhaus und es einfach hinter mich bringen. 

Der Arzt erledigt einige Anrufe und wir können sofort los. Beim Rausgehen sagte er noch: „sobald Sie sich psychisch dafür wieder in der Lage fühlen, versuchen Sie es nochmal. Sie müssen keine Schonzeit oder sowas einhalten. Sie passen sehr gut zusammen und fruchtbar sind Sie auch. Die Wahrscheinlichkeit, dass das nochmal vorkommt, ist quasi 0%. Es wirkt nicht, wie ein Gendefekt. Das sähe anders aus. Lassen Sie es dennoch testen und versuchen Sie es dann bitte nochmal.“

Auch wenn es komisch ist und sich unsensibel anhört, sind wir beide, mein Partner und ich, von den Ärzten der Praxis mehr als begeistert. Sie waren sehr vorsichtig, aber deutlich in der Diagnose. Sie haben uns sehr geholfen, die nächsten Schritte zu machen und uns motiviert, nicht aufzugeben. Ein Satz ist meinem Partner besonders im Gedächtnis bleiben sollte, war: „Sie müssen jetzt für Ihre Frau der Fels in der Brandung sein. Sie können nichts machen, außer da zu sein. Und das ist so unglaublich wichtig.“

Und das ist er auch. In jeder Sekunde. Er hält die ganze Zeit meine Hand. Keine Ahnung wie und ob ich es ohne ihn überstanden hätte. 

Am Freitag kommen wir vormittags im Krankenhaus an und die Wehen setzen Samstag gegen 16h ein. Am Sonntag morgen um 6 Uhr ist alles vorbei. Es ist kein Kind mehr in meinem Bauch. 

Seit dem fühle ich mich, als hätte ich meine Aufgabe nicht beendet. Als wäre ständig noch etwas, was ich erledigen müsste. Ich fühle mich nur noch halb. Es ist furchtbar. Und es war eine furchtbare Erfahrung. Der Krankenhaus-Aufenthalt und die Geburt waren traumatisch. Die Zeit danach einfach unwirklich. 

Heute sind 4 Wochen vorbei. Ich habe meine Periode noch nicht bekommen und frage mich, wie lange es dauert, bis zumindest mein Körper wieder normal ist.

3 Kommentare zu „Jelly-like Plazenta Teil I – Die Diagnose

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