Wollt ihr nicht noch einen kleinen Hund?

Was soll ich sagen. Ich komme kaum zum Schreiben. Irgendwie ist es komisch alles. Ok, ich war auch dreimal im Büro, was ja meinen Tag immer voll ausfüllt. 1,5 Stunden hin, 1,5 Stunden zurück, zwischendrin arbeiten und danach und davor noch Hunderunde und und und und.

Jammer, jammer, jammer.

Mittlerweile habe ich drei Bewerbungen verschickt, bisher ohne Feedback. Naja, Urlaubszeit, nicht wahr. Abwarten.

In der letzten Woche ist auf jeden Fall einiges nennenswertes, für mein Empfinden jedenfalls, passiert.

Wetter: Heiß. Heiß heiß heiß. Das ist mein Resümee für die letzte Woche. Zumindest das meteorologische.
Ich mag Sommer nicht, oh Wunder. Diese gleißende Sonne. Sie beißt richtig auf meiner Haut. Irgendwann hab ich mich so luftig an, wie es nun mal möglich ist und trotzdem schwitze ich weiter. Das ist eben der riesen Nachteil im Vergleich zum Winter. Im Winter finde ich immer noch irgendwas, was ich anziehen kann, um es mir noch muckeliger zu machen. Aber im Sommer. Bah. Mistiger Klimawandel. Kann nicht einfach alles verboten werden, was schlecht für die Umwelt ist? Fleisch, Zigaretten, Autos, Plastik… Der Mensch. Die Krone der Schöpfung. Die einzige Spezies, die ihre Umwelt zerstört, statt sie zu erhalten. Und warum? Aus Bequemlichkeit. Aus Gier.
Ja, klingt super kronig.
Elend ist das.

Aber gut, Themenwechsel. Wobei, die Hitze drückt mir ja stetig aufs Gemüt, daher hat sie bei jeder Story, die jetzt folgt, irgendwie doch Einfluss und kann nicht ganz ignoriert werden.

Diagnose H: die wohl wichtigste und erleichterndste Nachricht in dieser Woche: H hat keinen Tumor. Sie hat eine chronische Dermatitis, was sich keiner so richtig erklären kann. Sie soll jetzt geschlagene acht Wochen (!!!) Amoxiclav nehmen, ein hochdosiertes Antibiotikum. Ich glaube irgendwie nicht, dass das so richtig gut für sie ist, habe aber mit der Gabe erstmal angefangen. Aber ich denke, wenn es nach 14 Tage nicht merklich besser geworden ist, kann ich es auch lassen.
Meine Vermutung ist, dass das Kortison, was sie für die immunvermittelte Keratitis bekommt, irgendwie „schuld“ ist. Sie bekommt es seit November 2019. Sie ist 10 Jahre alt. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass der Körper die Mengen an Chemie so einfach wegsteckt. Und dann noch der heiße Sommer. Der geht ihr auch an die Nieren, wirklich. Sie ist ja ein komplett schwarzer Hund mit mittellangem Fell. Die arme Motte.

Die Diagnose werde ich an den Tier-Augenarzt und den Tier-Hausarzt weiterleiten und mal nachhören, was die beiden so sagen.
Ansonsten war ich von der Tierklinik sehr begeistert. Die Tatsache, dass ich bei H bleiben durfte, als sie nach der Sedierung eingeschlafen ist und auch da sein durfte, als sie danach aufgewacht ist, hat mich nicht nur sehr erleichtert, sondern auch begeistert. Das finde ich wirklich gut und ich musste deshalb wahrscheinlich auch nicht weinen. Zum Glück keine Vollnarkose. Puh.

Arbeit: Wir haben eine neue Mitarbeiterin, die ich mehr oder weniger einarbeiten muss. Eine Buchhalterin. Sie kann sich denke ich gut einfinden, für eine Buchhalterin hat sie aber erschreckend wenig Ahnung vom Umgang mit dem PC, was meine Geduld extrem auf die Probe stellt. Hätte sie noch nie dran gesessen und ich wüsste, dass ich jemanden einarbeite, der völlig fachfremd ist, ok. Dann kann ich sicher eine ganz gute Portion an Rücksicht und Gnade aufbringen. Aber bei jemandem, der hauptberuflich am Rechner arbeitet…daaaaa….puh….tue ich mich schwer, immer ganz ruhig zu bleiben.
Aber gut, auch hier: abwarten, das wird schon.

Sonst hier keine News.

Zuhause: Ich habe es getan. Ich habe Bier getrunken! Kein Witz. Datenight mit S. Habe ich mir gewünscht, habe ich inszeniert, habe ich durchgezogen. Es ist ein schöner „Feierabend“. Wir treffen uns schon um 17.30, er kommt direkt aus dem Büro, ich habe HomeOffice. Wir probieren ein für uns neues Etablissement aus, weil ich soooo Lust auf ein kaltes Ale habe. Und was soll ich sagen, es ist sehr lecker. Ein wirklich schöner Abend „in der Stadt“, S freut sich sichtlich und merklich. Blöderweise hab ich im Vorfeld total vergessen, was zu Essen. Wie dumm von mir. S holt sich also auf dem Heimweg noch ein paar Pommes, Curlyfries, um genau zu sein, ich nasch mal davon. Mir ist zu dem Zeitpunkt irgendwie schon etwas übel, aber nicht so richtig schlecht. Ich bin angeschickert, ich bin ja auch total aus dem Training. Aber 2 Ale. Das sollte ich aushalten. Ich fühle mich auch nicht betrunken, torkel nicht oder irgendwas. Einfach einen Sommer-Schwips.
Weil wir so früh anfangen, sind wir natürlich auch früh wieder zuhause. Schon um 21 Uhr. Eigentlich hatte ich mich auf einen fummeligen Abend gefreut, aber ich hab so Krämpfe, dass mir die Lust vergangen ist.
Um 22 Uhr geh ich ins Bett, allein. S kommt später nach. Ich schlafe nur ganz leicht, werde von den Krämpfen aber immer wieder wach. Ok, Kreislauf sackt ab. Fuck. Ich glaub ich muss kotzen.

Jup. Muss ich. Mehrfach.
Wie scheiße ist das denn bitte. Zucker gemessen: 106. Voll in Ordnung. Es muss was anderes sein.
Oah, und ich muss um 8 Uhr beim Blutabnehmen sein, in der Schwerpunktpraxis. Wegen meiner Leber.

Welch dämlicher Zug von mir, am Abend vorher Alkohol zu trinken. Meine Güte. Und ich tue immer so, als sei Gesundheit ganz oben auf meiner Liste. Jenau.

Die Blutwerte werden schon nicht unnötig schlecht sein, wegen eines „Ausrutschers“. Glaube ich nicht. Sind meiner Leberwerte schlecht, wären sie das auch ohne die zwei Ale. Sind sie gut, sind sie es trotz der zwei Ale. Aber. Summa summarum: Alkohol bekommt mir nicht. Egal, woran es jetzt gelegen hat. Die Nummer scheint durch zu sein. Und weil mir am darauffolgenden Tag auch immer noch komisch ist, kann ich nicht zum See fahren. Ich trau mich nicht, bei 35 Grad im Schatten, eine halbe Stunde Auto zu fahren. Arrrrgh.

Die Stimmung zu Hause ist dementsprechend. Wieder wegen mir. Weil wieder was mit mir ist. Es ist so ätzend. S tut mir leid. Er ist verständnisvoll, aber ich merke ihm die Enttäuschung an.
Ich schlage vor, dass wir ja vielleicht nachmittags zur Oma in den Pool können. Das haben wir ja eigentlich den ganzen Sommer schon vor und sind bisher nicht einmal da gewesen. Sie freut sich und wir müssen nur 3 Meter laufen. H. lassen wir hier im kühlen Haus, dann kann sie chillen.

Ok, das machen wir.

Es tut auch wirklich gut. Im Pool albern wir etwas rum, lachen viel, knutschen, es ist schön.
Nach einer Stunde gehen wir raus und setzen uns noch kurz mit seiner Oma zusammen.
Irgendwann fällt dann der Satz: „Sagt mal, wollt ihr nicht noch einen kleinen Hund?“

Ich grinse und sage: „Ich hätte ehrlich gesagt gerne erstmal ein kleines Kind.“

Sie ist sehr verständnisvoll. Ich erkläre ihr noch, dass es auch für H nicht cool wäre, wenn sie sich ihren Spot teilen müsste. Sie ist eine Prinzessin und findet andere Hunde zwar zum Spielen toll, aber sie wirkt oft gestresst, wenn wir welche zu Besuch haben. Außer ihren besten Kumpel. Da ist alles ok. Der darf bleiben, aber sonst hechelt sie wirklich sehr viel, knurrt viel weg. Es gab noch nie Zwischenfälle. Aber ich will ihr das jetzt nicht auch noch antun, wo sie so geschwächt ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte liebend gerne 20 Hunde, aber noch lieber hätte ich ein Kind, eine eigene Familie.

Wir reden kurz drüber, sie erzählt, wie sie schwanger war, wie sie ihren Mann zum zweiten Kind überreden musste.
Dann kommt die Reaktion, die mir die Tränen in die Augen drückt und meinen Hals zu:
S betont nochmal klar und deutlich, dass er auf keinen Fall mehrere Kinder haben will. Eins sei mehr als genug.

Ich versuche, nicht völlig zusammenzubrechen.

Das ist nicht das erste Mal, dass er das sagt. Aber diesmal tut es irgendwie besonders weh.

Wahrscheinlich, weil ich mir nichts sehnlicher wünsche als eine Familie. Am liebsten mit mindestens zwei Kindern. Geschwister sind so toll.

Und er teilt meinen Wunsch einfach nahezu zu null Prozent. Es wird immer ein Kampf bleiben, meinen Traum zu erfüllen. Das ist irgendwie bitter und macht mir Angst. Soll ich ihm das wirklich aufzwängen. Wenn ich ihn so überreden muss, wenn er so wenig Interesse an einer Familie hat, also mit Kind, soll ich es ihm dann „antun“?

Ich drücke meine Gedanken weg, damit es noch ein schöner Nachmittag bleibt und ein schöner Abend wird. Wieder bricht ein Stück ab, vom geflickten Herzen. Ziemlich ziemlich labberig, das Tape, was es zusammenhält.


Zum Abschluss will ich dringend anfügen, dass das hier mein Tagebuch ist. Meine Gedanken. Meine Interpretation von Dingen, Gesagtem, Gesten, Mimiken.
Ob der Sender der Nachricht das genau so meint, denkt, fühlt, wie ich es interpretiere, weiß ich nicht. Nichts lässt sich so einfach einordnen. Es steckt bei jedem immer das gesamte Leben dahinter. Beim Sender und Empfänger.

S ist kein schlechter Mensch, die Oma ist kein schlechter Mensch, die neue Mitarbeiterin im Büro ist nicht dumm, die Tierklinik ist nicht unprofessionell.

Hier halte ich einfach meine Gedanken fest und ich bin froh, dass ich einen Weg gefunden hab, sie auszudrücken. Morgen könnte meine Sicht, meine Interpretation schon wieder eine andere sein.

Und am Samstag ist er endlich da. Der Regen. Es ist wunderschön.

2 Kommentare zu „Wollt ihr nicht noch einen kleinen Hund?

  1. Hey. Ich hab jetzt länger überlegt und glaube, dass mein Blog lieber nicht auf Insta erwähnt werden sollte.

    Falls du jemanden kennst, der einen Kinderwunsch hat und Berichte lesen will, kannst du ihn gerne privat empfehlen. Ich denke Mädels, die in dem Thema drin sind, finden die Blogs über kurz oder lang!

    Schön, dass Hs Diagnose nicht ganz so dramatisch ist wie befürchtet! Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

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