R.E.S.P.E.C.T – dadadada dididi

Wow. Die Abstände von meinen Beiträgen werden immer länger.

Das find ich irgendwie auch blöd. Also, ich gelobe Besserung. Ich versuche, wieder regelmäßig, wenigstens einmal pro Woche, zu schreiben.

Es ist aber echt so, dass ich durch die Arbeit einfach total eingeschränkt bin. Da wird gerade meine ganze Kraft verpulvert.
Warum?
Weil ich den Männern, oder einem nicht unerheblilchen Teil von ihnen, erklären muss, warum es 2020 wichtig ist, in Stellenausschreibungen und anderen Texten, zu gendern. Warum ein „hippes, frische, weltoffenes, nachhaltiges“ Berliner Start-up nicht einfach aus Gründen des vermeintlich angenehmeren Leseerlebnisses, alle mit Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner adressieren kann.
Zumindest nicht auf unserer Website, die unser Aushängeschild ist. Sie wird gerade neu gemacht.
Hätte ich nie gedacht, dass ich da mal drüber diskutieren muss und mit so viel Nachdruck erläutern, um was es geht.
Es wird übrigens abschließend von Männern, die sich auch als solche identifizieren, entschieden, ob auf der Website dann alle Geschlechter angesprochen werden.

Außerdem sollen unsere Firmenwerte noch auf die Website.
Ein Wert ist Respekt. Was sich schonmal durch nicht gendern selbst aushebelt.
Als Subtext zu Respekt steht dann aber auch noch, dass man sich diesen mit seinen Taten verdienen müsse, jeden Tag.

WHAT????

Wenn das wirklich auf die Website kommt, dann möchte ich da nicht mit Foto und Name erscheinen. Furchtbar. Ich muss dazu sagen, dass es auch einfach so nicht bei uns abläuft. Ich arbeite in einem sehr respektvollen Unternehmen, das hatte ich glaube ich schon hier und da erwähnt. Wirklich. Ich bin nicht ohne Grund schon fast vier Jahre da, obwohl ich reine Fahrtzeit fast 3 Stunden am Tag einplanen muss.

Aber dieses „neue Image“, was so künstlich geschaffen werden soll, das ist einfach gruselig.

Unfassbar, wirklich.

Im Zweifel muss ich mir wirklich einen Job in einem modernen Unternehmen suchen. Bisher kamen übrigens 2 Absagen. Mein Lauf ist wohl vorbei…haha.

Naja, es bleibt spannend und für mich sehr nervenaufreibend.


Jetzt was Schönes:
Die Zwillinge von A sind da. Sie hat sie am Freitag per Kaiserschnitt zu Welt gebracht. Es geht allen gut und ich bin so erleichtert. Ich freue mich einfach riesig. Ja, mir sind die Tränen in die Augen geschossen, als ich die ersten Bilder gesehen hab. So wunderschöne Kinder mit bezaubernden Namen. Sie hat es geschafft. Alle haben es geschafft. Eine wahnsinns Leistung. Ich habe größten Respekt vor dem, was sie, was ihr Mann, was sie als Paar geleistet haben.

Ich freue mich aufrichtig und gönne es ihnen ohne wenn und aber.


Was ist noch passiert?

S und ich waren auf dem 80. Geburtstag seiner Oma. Dort wurde ich DREIMAL auf unseren Verlust angesprochen. Ich kann es immernoch kaum fassen. Respeeekt, sag ich da.

Auch, wenn ich auf die Reaktionen auf die Frage: „Sag mal, wie geht es Dir denn eigentlich?“ hätte verzichten können.

Einmal kommt von meiner „Schwiegermutter“: „Wer weiß wofür es gut war.“ – Ehm.
FÜR NIX!

Die Zweite will mich mit einer Geschichte aufmuntern, in dem die Tochter einer Bekannten ihr Kind hat (O-Ton) „wegmachen lassen“, weil es ein „Mongo“ geworden wäre und mit behinderten Kindern ja keiner spielt. Die sind ja immer alleine. Ein Jahr später hat sie ein gesundes Kind bekommen…..“Das ist doch so schön.“

Wow…was soll ich dazu sagen….ich starre nur in ein Loch. Unglaublich.
Aber ja, es ist die Generation. Denke ich. Die Generation der Dame, die mir diese unfassbar aufmunternde Geschichte erzählt, hat mit 16 angefangen, Kinder zu bekommen. Meist haben sie mit 25 schon 3-6 Kinder zu Welt gebracht, wieviele es nicht geschafft haben, spielt scheinbar keine Rolle. Abtreibung ist auch eher so „naja, dann machs halt weg.“ Ding.
Nicht falsch verstehen, ich bin absolut FÜR das Recht auf Abtreibung. Absolut.

Ich meine nur, dass es schwierig ist, die Umstände zu vergleichen. Ich würde garantiert mein Kind nicht „wegmachen lassen“, auch, wenn es ein „Mongo“ werden würde. Unglaubliiiiiiich.

Boah. Naja, zum Abschluss hat mir dann mein „Schwiegeropa“, er ist Therapeut, angeboten, mit ihm all meine Träume auszuwerten. Ich solle sie aufschreiben und dann mal vorbeikommen. Aber ohne S. Da müssten wir ganz alleine sein.

BAAAAAAAAAAAH. Baaaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Hilfeeeeee.
Das ist S gegenüber so respektlos. Er fragt noch „Kannst Du denn mit S reden?“ Wohlgemerkt, sein Opa fragt mich das. „Über alles! Über einfach alles.“ -„Ja? So richtig reden?“ – „Wirklich. Über alles. Sonst wäre ich jetzt nicht mehr mit ihm zusammen.“

Er scheint sehr überrascht.

Meine „Schwiegermutter“ hat mich gestern wieder angesprochen. Sie betont, dass es mir ja wirklich viel besser geht, dass man es richtig sehen würde. Und, dass sie ganz fest dran glaubt, dass es bald nochmal klappt und dann gut geht.

Ich muss sagen, mich freut es wirklich, dass sie mich gerade so oft drauf anspricht.
Sie braucht dafür auch 2 Gin-Tonic, aber so be it.

Was ich noch interessant finde, sie sagte gestern, dass sie jetzt merken würde, dass ich drüber reden könne! Wir sind zusammen bei einem Richtfest. Ja. Ich lebe in einer Stadt und muss trotzdem zu Richtfesten. Wo bin ich denn falsch abgebogen? Haha.

Nee, es war wirklich nett. Das Paar, was einzieht, ist wirklich sehr sehr nett.

Naja, jedenfalls sagte sie total überzeugt, dass sie merkt, dass ich jetzt drüber reden könne.

What? „Nee, ich kann und will die ganze Zeit drüber reden. Aber mein Gegenüber hat scheinbar Angst.“ – „Jaja, man merkt richtig, dass du jetzt drüber reden kannst. “ – „Neeeee, mein Gegenüber, Du, traust Dich, mich anzusprechen. Ich habe und rede immernoch, recht viel drüber, schreibe auch einen Blog und so, aber keiner traut sich, mich anzusprechen.“

„Ja, naja, man weiß ja dann auch nicht wie und so und man will ja vorsichtig sein.“

Verstehe ich. Aber ich freu mich wirklich.

Immerhin ist es jetzt fast genau ein Jahr her. Wahnsinn.

S ist noch länger auf dem Fest geblieben, hat dort mit dem Nachbars“mann“ gesprochen, der nicht mehr dort wohnt, aber sie haben eben früher als Nachbars“jungen“ oft gespielt.

Dieser Ex-Nachbar sagt zu ihm: „Ach sag mal, ihr habt ein Kind?“
S erzählt ihm, dass wir es im Oktober letzten Jahres verloren haben. Die Reaktion war dann: „Ach, ihr auch?!?!“ Krass, wie viele da durch müssen. Es ist so schlimm.
Er sagte noch, dass seine Beziehung daran zerbrochen ist.

Schade, dass ich da nicht mehr dabei war, ich hätte gerne noch etwas drüber geredet. Aber ich bin schon früher wieder rüber, weil es einfach arschkalt und nass war und H ja ihre Medikamente braucht und so.
Und, machen wir uns nüscht vor, seit ich keinen Alkohol mehr trinke, sind Parties leider wirklich nur noch halb so lustig. Haha.

Aber mich freut es, dass S drüber redet. Dass er es mir dann auch erzählt. Das find ich richtig schön.


Wahnsinn, oder? Vor einem Jahr stehe ich kurz vor dem Termin bei der Feindiagnstik. Mein Herz steht kurz davor, einmal mehr in 1000 Teile zu zerbrechen.

Wahnsinn….

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