Mein nächster Streich

Nach vier Wochen Schreibpause hier endlich mal wieder ein kleines Update.

Ich wünsche mir sehr, dass ich wieder häufiger zum Schreiben komme. Es fehlt mir wirklich und ich merke, wie mir manche Sachen, Erinnerungen, Empfindungen einfach verloren gehen, wenn ich sie nicht notiere.

Es ist wie im Büro. Ich muss ALLES schriftlich haben, sonst vergesse ich es. Jeden Rückruf, jede E-Mail, jede Auswertung, alles. Ich brauche für alles ein „ToDo“.

Naja, im Büro bin ich nicht mehr so oft, seit diesem Monat. Obwohl das natürlich für mich an sich recht praktisch ist, nervt Corona mich.
Mich nerven die Maßnahmen fast so sehr, wie die Diskussionen darüber, ob „das alles wirklich stimmt“.
Ich zanke mich regelmäßig mit meinem Vater am Telefon darüber, ob es eine Pandemie gibt oder nicht, rolle innerlich mit den Augen, wenn wieder jemand sagt „ach, dass ist eh alles….“.
Was denn? Was ist es denn alles?

Danke Jan Böhmermann, dass Du es so schön auf den Punkt bringst: Die Welt ist schon ungerecht. Dafür braucht es keinen erfundenen Virus. Die Reichen werden auch ohne Corona immer reicher. „Die ungleiche Verteilung von Geld und Gütern in der Welt ist eines der größten Menschheitsprobleme der Gegenwart“ auch ohne Lungenkrankheit.

Mit der Querdenker-Demo in Leipzig fange ich gar nicht erst an. Das versaut mir nur den Morgen.

Naja, so viel dazu.


Ich habe mir, weil ich ja immer noch nicht schwanger bin, das Ava Armband gekauft. Mein nächster, und für dieses Jahr letzter, Streich.
Dies ist keine Werbung (irgendwie muss man das ja scheinbar jetzt überall so angeben). Ich hab dafür bezahlt, den regulären Preis PLUS Versand. Ja, über den Versand hab ich mich besonders aufgeregt. Da kostet das Ding fast 300 Euro und ich muss noch knapp 8 Euro Versand zahlen. Ich hätte es sonst schon zwei Wochen vorher bestellt, aber da war ich dann erstmal bockig und dachte „nee, ich lass mich doch nicht veräppeln.“

Haha.

Doch.

Naja, was heißt veräppeln. Es ist schon cool. Ich lerne so sehr viel über meine „Vitalzeichen“ während des Zyklus, was für mich auch ohne Kinderwunsch total interssant ist. Ich wusste nicht, dass die Atemfrequenz sich um ca zwei Schläge pro Minute in der zweiten Zyklushälfte, der Lutealphase, erhöht. Dass die Temperatur ab Eisprung um etwa ein halbes Grad steigt, hab ich schon gehört, die Basaltemperatur jeden Tag zu messen, war mir mit einem Thermometer allerdings zu umständlich. Das Armband misst beides. Und auch noch die Schlafqualität, so fern das mit einem Armband geht. Außerdem kann ich noch sehen, wie meine „Herzfrequenzvariabilität“ ist. „HRV“ abgekürzt (ein Hoch auf Abkürzungen!). Durch diese Angabe wird die „Variation des zeitlichen Abstands zwischen einzelnen Herzschlägen ersichtlich„, welche kurz gesagt ein Indiz für Stress sein kann.

Nach den ersten vier Nächsten, man trägt das Armband nur nachts für mindestens vier Stunden, kann ich sagen, dass alle Werte im Normbereich sind. Nach einem Monat ist es aber sicher aussagekräftiger.

Ansonsten geht es mir recht gut. Zwar hab ich am 02.11. geweint, weil ich meine Periode bekommen habe, aber naja, so richtig überraschend war das auch nicht, war ja die letzten 10 Monate auch so. Es ging mir auch schnell wieder besser.

Ich glaube, mein Eisenspiegel hat sich wieder etwas erhöht, ich bin nicht mehr so ungalublich müde und kann mich auch besser konzentrieren. Zusätzlich hilft sicher das Vitamin D Gemisch und B12, was ich regelmäßig nehme, um meine Stimmung aufzuhellen.

Es kommt mir, seit meinem letzten Nervenzusammenbruch, also seit meinem letzten Beitrag, so vor, als habe sich alles beruhigt. Irgendwie fühle ich mich, als sei ich nie schwanger gewesen. Nicht, dass ich es vergessen hab, aber ich befinde mich nicht mehr in diesem schammigen, nebligen Zustand, wo ich da wieder hin zurück will. Schwer zu erkären. Ich fühle mich leichter. Wer weiß, ob es Verdrängung ist, keine Ahnung. Ist mir auch gerade egal, weil ich so sehr gut durch den Tag komme. Ich mache wieder regelmäßig Sport, zwischen 3 und 5 mal pro Woche, wobei ich hier auch sowas wie Rückenübungen dazuzähle. Ich koche wieder mehr, backe mehr, habe Lust auf „Sachen machen“. Was toll ist.

Im Januar ist dann wieder Vorsorge bei der Gyn, wo ich sie, wenn es bis dahin nicht geklappt hat, auch um eine Überweisung in die Kinderwunschklinik bitte, die sie im August empfohlen hat.

S weiß bescheid und macht mit. Auch, wenn er sich immer noch wünschen würde, es würde alles ohne Assistenz klappen. Aber er versucht es zu verstehen und hat eingewilligt, dass wir das so machen. Ab Februar dann wieder mit Hilfe, quasi. Dann ist sind 13 Monate rum, in denen es nicht geklappt hat.

Überhaupt ist es bei uns gerade alles sehr sehr sehr gut. Es macht sehr viel Spaß und wir sind sehr liebevoll und respektvoll miteinander. So, wie es sein soll. Und wir sind fast vier Jahre zusammen. Verrückt. Wir waren in einem Escape Room. Spoiler: wir haben’s nicht geschafft. Haha. Was aber überhaupt nicht schlimm ist, weil es so viel Spaß gemacht hat. Wir sind einfach ein super Team, konnten unsere Stärken gut sehen und anwenden und ja, das machen wir auf jeden Fall wieder.

Alles gut hier, alles neugierig, alles motiviert, alles energiegeladen, alles erholsam.

2 Kommentare zu „Mein nächster Streich

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