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Hui, ich weiß gar nicht recht, wie ich anfangen soll.

Fast drei Wochen nix geschrieben. Na da finden sich doch ein paar Berichte. Ich denke, ich mache ein paar mehr Beiträge daraus. Ich denke außerdem über einen neuen Stil nach. Das ist aber noch nciht so 100% ausgeklügelt. Ich fange einfach mal an, wa.

Am besten, alles der Reihe nach:

Freitag, 01.01.21 – neues Jahr, neuer Zyklus

Yaaay. Frohes neues Jahr. Froher neuer Zyklus. Willkommen Zyklus Nummer 13. Ab jetzt sind wir ein steriles Paar. Eins von Sieben. Juhuuu. Mmpf.

Es ist also entgültig klar: Ich bin nicht mehr schwanger. Die Periode ist da und auch sehr stark, sehr sehr sehr viel Gewebe mit bei. Das weiß ich ja, weil ich eine Menstruationstasse benutze. Schon wirklich lange. Und ich würde sie nicht wieder hergeben. Die beste Erfindung seit Navigationsgeräten.

Obwohl die Mens jetzt eingetrudelt ist, obwohl ein weiterer Zyklus abgehakt und kinderlos bleibt, obwohl ich mindestens noch einen Monat länger auf ein Kind warten muss…trotz alledem geht es mir gut.

Die Gewissheit, dass es bei mir doch irgendwie noch klappt, dass noch nicht alles verloren ist, dass ich vielleicht wirklich nochmal schwanger werden kann, das gibt mir neuen Mut.

Diese positiven Tests, auch, wenn sie dann wieder negativ wurden, machen mich selbstsicher. Da geht noch was. Ich spüre es richtig.

Außerdem bin ich von der Endokrinologin noch nachhaltig begeistert. Sie war so unglaublich nett, hat mich ernst genommen und wirkte, als ob sie meinen Leidensdruck auch wirklich versteht. Eine sehr empathische Frau, zu der ich jederzeit wieder gehen werde. Ich bin gespannt, wie der Befund aussieht. Sie hat ja doch ne ganze Menge Blut abgenommen.

Ja, was nicht so schön ist, ist mein Blutzucker. Der schert vor allem abends total aus und ich kann mir nicht erklären warum. Trotz Metformin (500mg), keine Besserung in Sicht. Das geht mir schon ganz schön an die Nieren. Was, wenn meine Unfruchtbarkeit doch damit zusammenhängt?
Die Diabetologin sagt ja, dass dem nicht so ist. Dass das nicht der Grund ist. Aber naja…irgendwas ist ja.

Montag, 04.01.21 – „Dann können Sie sich jetzt mal untenrum frei machen.“

Vorsorgetermin bei meiner Gyn. Ich mag sie so gerne. An der Anmeldung ist es kurz komisch, die Arzthelferin sagt freudig lachend mit einem deutlich russischen Akzent: „So, wir machen Schwangerschaftstest, ja?“ – „Ehm, neee. Das hat sich schon wieder erledigt. Ich habe meine Periode bekommen.“
Die Arme. Sie tut mir fast mehr leid als ich mir selbst. „Oh, das tut mir leid. Ach mensch. Dann machen wir nur Vorsorge und Frau Doktor schaut mal, ob alles ok ist.“
Ich mag ihren Akzent. Das klingt so mütterlich, obwohl sie bestimmt 10 oder gar 15 Jahre jünger ist als ich.

Also sitze ich da im Warteraum, um mich rum ausschließlich schwangere Frauen. Kein Witz. Welch Hohn! Naja…

Gut, wir reden erstmal ne ganze Weile, sie ist sehr mitfühlend, was das ganze letzte Jahr angeht, findet es super, dass ich schon einen Termin im Fertility Center Berlin gemacht habe, schreibt mir direkt die Überweisung zur Mitbetreuung. Sie bittet mich außerdem nochmal, bei meiner Diabetologin anzusprechen, dass ich die Kinderwunschbehandlung plane, dass dementsprechend mein Blutzucker strenger kontrolliert werden sollte. Sie könne mir zur Not dafür auch nochmal eine Überweisung geben.
Ich habe ihr gesagt, dass ich es erst mal so versuche, meine Gyn hat Vertrauen in die Diabetologin und glaubt auch nicht, dass ich eine Überweisung benötige.

Dann die Vorsorgeuntersuchung. Sie macht einen Abstrich, tastet die Brust ab und schaut sich schließlich nochmal per Ultraschall „untenrum“ um. Haha.
Von einer Schwangerschaft sieht man nichts mehr, falls es eine gegeben hat. Die Gebärmutter sieht super aus, alles schön.

Das freut mich. Auch der Abstrich war, wie erwartet, unauffällig.

Gynäkologisch alles prima.

Donnerstag, 07.01.21 – Bing – Sie haben Post!

Boah na endlich! Da ist sie, die sehnlichst erwartete E-Mail! Da ist ja der Befund!

Na mal schauen…..hmm…mhm….hmh….ok….oh….ok…ok…hmm….ich ruf sie mal an.

„Also, die Blutwerte sehen ja, bis auf den Zuckerwert, ganz gut aus, oder?“ – „Ja, absolut. Es ist alles so, wie es sein soll, nur eben zu viel Zucker im Blut. Auch alle Hormone sind zyklusgerecht, Sie haben keinen erhöhten Cortisol-Spiegel, keine erhöhten männlichen Hormone, Schilddrüse ist super, Leberwerte, Nierenwerte, Eisen, Vitamin B12, Folsäure, alles tiptop.Beta- HCG liegt, wie Sie sehen, bei 6, das heißt, hier liegt keine Schwangerschaft vor. Alles was unter 10 ist, bedeutet: nicht schwanger.“

Ja, ich freue mich natürlich. Aber was mach ich denn jetzt damit? Ich schreibe eine riesen lange E-Mail an meine Diabetologin, im Anhang den Befund der Endokrinologin, erkläre ihr, dass mein Langzeitwert sich mittlerweile auf 6,6% verschlechtert hat, obwohl ich Metformin nehme, ob ich nicht die doppelte Dosis nehmen kann, weil ich ja ab 19.01.21 in die Kinderwunschbehandlung will.

Obwohl die Sprechzeiten schon vorbei sind, bekomme ich in nullkommanix eine E-Mail zurück. Es sei spontan ein Termin frei geworden und ich solle direkt am nächsten Morgen um 8 Uhr vorbeikommen.

Whoop! Läuft!

Das mache ich natürlich auch.

Freitag, 08.01.21 – Was stimmt denn da bei mir nicht?

Ich bin natürlich pünktlich in der Praxis. Erst ins Labor, Blut abnehmen, aktuellen Blutzucker messen, Langzeitwert bestimmen. Der Langzeitwert liegt noch höher, jetzt bei 6,8%. Maaaaann. Was soll denn das?


Dann geht’s rein zur Besprechung mit der Diabetologin.

„Was stimmt denn da bei mir nicht? Was ist denn los mit meinem Stoffwechsel?“ – „Tja…ich weiß es wirklich auch nciht.“

Ehrlich gesagt, erleichtert mich dieser Satz schon. Eine Bestätigung, dass es nicht so ist, wie es logischerweise sein sollte. Ich erläutere nochmal alles, dass mein Zucker nachts fast gar nicht runtergeht, dass er abends, 4 Stunden nach dem Abendessen, immernohc über 200 liegt, nachts maximal auf 170 runtergeht. Sobald ich aber die erste Hunderunde hinter mir hab, einfach normales Spazierengehen, ist er danach bei 112. Aber ich hab eben kaum Lebensqualität. Ich nehme stetig weiter ab, bin jetzt bei 64 kg bei einer Größe von 178cm. Das ist mir ganz persönlich einfach zu wenig. Und ich kann auch nicht jedes Mal nach dem Essen Sport machen oder Spazierengehen. Das ist total realitätsfern. Kann ich nicht einfach die Metformindosis erhöhen? Ich hab das Gefühl, es bringt schon ein wenig etwas, der Blutzucker erreicht die 250 nicht mehr so oft. Aber mir scheint es, als ob es einfach ewig braucht, bis es wirkt. Wenn ich es morgens und abends nehmen könnte, so dass ich einen stetigen Spiegel hab, macht das Sinn?

Sie stimmt mir zu, dass wir das auf jeden Fall probieren sollten. Sie versteht auch nciht, was los ist. Ich habe keine Antikörper gegen Insulin, meine Bauchspeicheldrüse produziert auch noch eigenes Insulin. Es ist wie verhext.

Ich erzähle ihr, von den Kinderwunschplänen, sie versichert mir, dass der Langzeitwert da nicht im Weg steht, dass der nicht zu hoch sei, um fruchtbar zu sein. Naja, aber es klappt ja trotzdem nicht so richtig.

Ok. Wir einigen uns auf 1000mg, 2x 500mg, Metformin am Tag. Bis Mitte Februar. Dann komme ich wieder zur Kontrolle.

Bums!

Das fühlt sich richtig, richtig, richtig gut an. Es geht voran. Abgehakt, abgehakt, abgehakt. Es passiert was.

Endlich.

tbc ❤

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