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Montag, 11.01.21 – Geschenke!

Zack. Bumm. Da wirste wach und bist n Jahr älter. 37 in Summe. Wahnsinn.

Ich mach mir ja nicht so viel aus Geburtstagen, zumindest meinem eigenen, aber hab mich mega über die tollen Geschenke gefreut, die ich bekommen habe. Nur Schönes ❤ .

Sogar eine alte Arbeitskollegin von…puh…2015, hat mir gratuliert. Verrückt. Wo ich da wohl aufgetaucht bin, in ihrem Kopf. Hat mich sehr gefreut.

Wegen Corona geht ja heute nix, aber auch nicht schlimm. S. und ich haben beide den Tag Urlaub genommen und nur rumgehangen und Hunderunden gemacht. Es war wirklich entspannt.

Worüber ich mich zu diesem Geburtstag am meisten freue:

  • dass S und ich immernoch so ein tolles Paar sind, obwohl das letzte Jahr so unfassbar schwer war. Das freut mich unheimlich. Es zeigt mir, wie wichtig wir uns sind, wie sehr wir diese Beziehung schätzen und für richtig halten. Mir wird warm ums Herz.
  • dass H. tippitoppi fit ist, obwohl sie im letzten Jahr so dolle krank war. Sie ist einfach die beste Hündin und Weggefährtin. Sie furzt momentan viel, aber mit fast 11 ist das sicher auch ok. Ihr geht es gut, das ist die Hauptsache.
  • dass meine Familie gesund geblieben ist, obwohl im letzten Jahr dieses dämliche Virus um sich geschlagen hat. Ich wünsche mir, dass ich das zum nächsten Geburtstag auch sagen kann.
  • dass ich die Kraft nicht verloren habe, sogar neue geschöpft, obwohl ich mich im letzten Jahr mehrfach so unglaublich schwach und zerbrechlich gefühlt habe.
  • dass ich den letzten positiven Test als Ansporn sehen kann, dass es mich nicht runterzieht, weil er wieder negativ wurde, sondern ich neues Vertrauen in die Fähigkeiten meines Körpers gefunden habe
  • dass es mir gut geht

Es ist ein guter Tag.

Dienstag, 12.01.21 – „Willst Du bleiben?“

Bürotag. Wie leer das Gebäude ist. Wahnsinn. Ich bin auch quasi die Einzige oben. Wir sind über 2 Stockwerke verteilt, ein drittes ist in Vorbereitung.

Ich habe heute zwei Meetings. Einmal mit meinem HR-Kollegen, einmal mit meinem Chef.

Sonst ist nur noch eine weitere Person da, das verläuft sich wirklich ganz schön. Wie dem auch sei, Corona-Maßnamen sind getroffen.


Zuerst das Meeting mit meinem HR-Kollegen. Wir teilen unseren Fokus ein wenig, er macht die Personalentwicklung und das Recruiting, ich die Personaladministration und Veröffentlichungen. So grob. Wir arbeiten mit allem aber sehr eng zusammen und unterstützen uns. C. assistiert etwas bei der Abwesenheitserfassung. Viel zu tun in so einer Personalabteilung, meine Güte.

Wir besprechen, dass ein langjähriger Kollege aus dem Sales im Sommer aufhören will. Ich weiß das schon, weil besagter Kollege mir das vor Weihnachten schon erzählt hat. Er hat kurz nach mir als Festangestellter angefangen und wir haben wirklich am Anfang ALLES selbst gemacht. Telefoniert, verpackt, verschickt, reklamiert, abgerechnet, eingekauft, lalalala, alles.

Es ist wirklich schade, dass er geht, aber ich kann’s total verstehen. Ich habe ja selbst oft genug drüber nachgedacht, mir was neues zu suchen
Er kommt eigentlich vom Film, hat sich also alles, was er im Sales kann und macht selbst beigebracht. Das ist schon cool. Jetzt will er in eine ganz andere Richtung, weg von der PC-Arbeit. Verstehe ich auch.

In dem Zuge entscheide ich mich, meinen Kollegen in die Kinderwunschbehandlung einzuweihen.
Er hat damals, also letzen April, bei uns als meine Unterstützung angefangen, weil ich mit posttraumatischem Syndrom zu kämpfen hatte. Ich konnte mich schlecht konzentrieren, kaum schlafen und musste viel weinen. Ich war überhaupt nicht belastbar. Ich hatte ihm damals auch direkt erzählt, warum. Das war mir wichtig und scheint generell gut gewesen zu sein. Er nahm sehr viel Rücksicht.

Warum sollte ich nicht jetzt ehrlich zu ihm sein, wo ich es doch letztes Jahr, als ich ihn gerade erst kennengelernt habe, auch war.
Dementsprechend: „Eeehm. Es kann gut sein, dass ich auch demnächst raus bin. Wir wollen jetzt in eine Kinderwunschklinik, scheinbar müssen bei der Familienplanung Profis ans Werk. Wir versuchen es das ganze letzte Jahr schon und es wird einfach nix. Ich überlege noch, ob ich es P. sage.“

P. ist unser Chef. Also einer. Wir haben noch einen: D.

Mein HR-Kollege ermutigt mich, es P. zu sagen und freut sich, dass ich den Schritt gehe.

Ok, ich überlege noch.

Danach dann das Meeting mit P.
„Erstmal alles Gute nachträglich. Du hast ja gehört, dass B. gehen will. Also frage ich gerade heraus: wie sieht denn Deine Planung aus? Willst Du bleiben?“

Ich war doch erstmal n bissi vor den Kopf gestoßen. Aber ich mag die direkte Art ja. Ich atme tief ein. „Jaaaaa, eigentlich schon.“

Pause….

.

.

.

Er kuckt etwas aufgeregt, geknickt, verängstigt. „Eigentlich? Aber?“

„Naja, also…ich hab nächste Woche einen Termin in einer Kinderwunschklinik, ziemlich renommiert. Ich will unbedingt Mama werden und es klappt so einfach nicht. Wir lassen uns da jetzt helfen.“

„JA?! Das ist doch toll!“ Er reißt die Augen auf und „ruft“ es quasi raus.
Ich reiße innerlich auch die Augen auf. Weil ich mich freue.
Er sagt: „Ich finde das super! Daran wächst Du doch auch, so als Mama. Das ist super. Mach das. Aber die Frage ist, wie sieht es danach aus? Kommst Du dann wieder?“

„Also von mir aus gerne, wir müssten das halt irgendwie organisieren, auch wegen der langen Anfahrt und so, aber an sich….gerne. Und das bedeutet halt, dass ich wahrscheinlich sehr schnell ein Beschäftigungsverbot bekomme. Wegen Diabetes und der späten Fehlgeburt.“

„Naja, das ist ja kein Problem. Das kriegen wir hin. Das haben wir schonmal hinbekommen. Und manchmal ist es ja nicht schlecht, wenn man merkt, dass es auch so geht, ohne dass Du alles im Blick haben musst.
Gut. Dann bin ich beruhigt. Weißt Du, Du bist von Anfang an dabei, Du hast geholfen, das hier alles mit aufzubauen und ich würde wirklich behaupten, dass wir nicht da wären wo wir sind, wenn Du nicht wärst. Ich will nur sagen, D. und ich, wir sehen, was Du machst. Deine humorvolle Art und trotzdem Ernsthaftigkeit bei der Arbeit, das hat uns schon sehr geholfen.“

Puh. Mir schießen die Tränen in die Augen. „Boah P. Danke. Ich heule gleich ey. Danke.“

„Hier, ich hab noch ein Geschenk für Dich. Ich packs mal aus. Ich habs ja auch eingepackt.“

Hahahaha. Der ist so cool.

Es gab ein tolles Buch. Wirklich. Ich werde ab und an daraus zitieren, weil es so schöne Motivationen drin hat. Außerdem eine Karte. Da stehen tolle Sachen drauf.

Ich bin erleichtert und froh.

Meine Entscheidung ist einmal mehr gefallen: ich bleibe in diesem Unternehmen. So sehr ich mir auch die letzte Zeit einen Tapetenwechsel gewünscht habe, so sehr merke ich, wie ich mich auf genau die Leute verlassen kann, auf die es ankommt. Ich habe den besten Chef und das beste Team. Wirklich. Sowas KANN es nicht nochmal geben. Ich bin seelig.

Ein weiterer guter Tag.

Herrlich.

2 Kommentare zu „follow a bit upper

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