Grrrrrr

Geschafft.

Die Woche ist rum. Zum Glück. So viele Termine.

Montag: Blutabnahme H. zur Vorbereitung der Vollnarkose
Dienstag: Büro
Mittwoch: erste Covid-Impfung
Donnerstag: H Vollnarkose, Zahnsteinentfernung, Röntgen und Biopsie
Freitag: MRT
Samstag: Hunderundenverabredung und Essen bei den Schwiegereltern
Sonntag: Haare färben (spontan noch geplant)

Puh. Klingt vielleicht erstmal nicht so viel, aber von Mo-Fr war ja auch jeweils noch ein Arbeitstag mit eingeplant und Hunderunden und Sport und Blutzuckergedöns….das ist alles recht zeitaufwändig.

Egal. Geschafft.

Also ich muss sagen, MRT find ich schrecklich. Aber da scheine ich in den Augen meiner Schwiegermutter ja einmal mehr eine totale Memme zu sein. „Was isn daran schlimm? Machste die Augen zu und schwupps, isses feddi.
Ich ärgere mich, dass ich überhaupt gesagt habe, wie schlimm ich es fand. Ich hab mir soooo fest vorgenommen, einfach NIX mehr zu sagen. Also zu mir. Es darf nur noch um die und ihren Sohn gehen. Da ist ja alles schön.

Aber bei mir? Ach, ich wieder. Mache wieder aus jeder Mücke nen Elefanten, nicht wahr. Für mich ist ja immer alles schlimm. Zumindest scheint meine Schwiegerfamilie das so zu sehen.
Auch in den Augen meiner Schwiegeroma, bin ich ehm…ein Hypochonder vielleicht? Oh, eine Hypochonderin!

Von der musste ich mir jedenfalls auch schon den ein oder anderen Spruch drücken lassen.
Es kommt mir so vor, als ob Du Ärzten nicht glaubst. Selbst wenn einer sagen würde, dass alles ok ist, Du würdest es nicht glauben. Du suchst so verbissen nach etwas, was nicht stimmt. So geht das mit dem schwanger werden auch nicht. Ich weiß ja nicht, was in Deiner Kindheit passiert ist, dass Du so gar kein Urvertrauen hast, aber….“ –

Ehm. Wow. Wir sind übrigends nicht alleine oder so. Die gesamte Geburtstagsgesellschaft sitzt dabei. Ich verkneife mir ihr zu sagen, dass ich schwanger werde, aber es eben nicht hält. Ich denke nur: ‚Ich sitze hier. Frag mcih doch, warum ich kein Urvertrauen habe. Ich erzähl Dir, was ich alles vorgefallen ist. Nicht nur in meiner Kindheit übrigens.‘
Ich find es von ihr so unverschämt. Sie geht nicht auf mein Angebot, dass ich es ihr erzählen kann ein. Warum auch. Dann würde am Ende klar werden, dass nicht jedes Leben eine Blumenwiese ist. Dass die Welt nicht nur aus der Straße hier besteht, Erlebnisse und Erfahrungen nicht der Familie P. vorbehalten sind. Oah macht mich das sauer. GRRRRRRRRRRR.

Dass es bei einer Borderline-Mutter, die drogenabhänig ist, etwas schwer ist, ein Urvertrauen zu entwickeln, sollte glaub ich selbstredend sein. Und ich liebe meine Mutter. Wirklich.
Aber naja, so richtig vertrauen konnte ich ihr halt nicht. Leider. Einen kleinen Einblick hab ich hier schonmal gegeben. Das Ding mit der freiwilligen Feuerwehr ist aber nur eine Geschichte. Sie hat auch mal das Weihnachtsgeld, was wir drei Geschwister von der Verwandtschaft bekommen haben, für Drogen ausgegeben und mir dann gesagt, sie habe es verloren. Im Bach. Es sei weggeschwommen. Puh….ach Mamaaaaa…..genau so, wie sie immer wusste, wenn ich gelogen habe, konnte ich es ihr auch ansehen. Sie war gut darin, aber nicht gut genug.

Ja naja. Und dass der Arzt, der meine Schwester trotz massiver Beschwerden nachhause geschickt hat statt ins Krankenhaus, und sie einen Tag später tot ist, nicht sonderlich für Vertrauen im medizinischen Sektor sorgt, sollte auch klar sein.

Tjaaa, und dann kommt die Schwiegerfamilie selbst ja auch noch.

Als bei mir Diabetes diagnostizierzt wurde, haben die mich ausgelacht. Ich hätte kein Diabetes, das sei totaler Quatsch. Ich bin daraufhin zu 2 anderen Diabetologen gefahren, die mir den Diabetes bestätigt haben. Hmm.

Und die Schwiegeroma fragt mich, warum ICH kein vertrauen in das hab, was Ärzte sagen. Nun ja, eine Kinderärztin, also die Schwiegeroma, sagt mir voller Überzeugung, ich hätte keinen Diabetes. Wahrscheinlich hat sie meine Werte mit denen ihres verstorbenen Mannes verglichen, der war aber Typ 1. Und wie ja alle wissen, sind Typ 1 und Typ 2 ganz veschiedene Krankheiten. Gaaaanz verschieden. Wenn ich überhaupt Typ 2 bin. Das gilt es ja noch zu klären.

Die Chefin meiner Schwiegermutter, eine Allgemeinärztin, hat mir in der ersten Schwangerschaft außerdem gesagt, ich solle mich wegen den Blutzuckerwerten nicht so verrückt machen, das Kind sei bis zur 12. Woche noch gar nicht mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden, da könne gar nix passieren.
Als ich das meiner Gyn erzähle reißt sie die Augen auf und sagt: „Also ich weiß nicht, wer Ihnen das erzählt hat, aber derjenige hat wirklich keine Ahnung.“
Und damit meinte sie, dass es NICHT stimmt, dass die Blutzuckerwerte in der Frühschwangerschaft egal seien.

Als ich nach einem guten Gastroenterologen gefragt hab, weil ich einfach keinen kenne und die ALLE medizinische Berufe haben – Schwiegeroma ist Kinderärztin, Schwiegermutter und -tante je medizinische Fachangestellte- kam der Kommentar „wozu brauchst Du denn jetzt schon wieder ne Darmspiegelung.“ Das war noch der Zeitpunkt, als nicht klar war, dass der Knubbel in meinem Bauch nicht im Darm ist sondern eine Bauchwandhernie.
Wow. Ok.
Als ich gesagt habe, dass das vom Tisch ist, aber ein MRT vom Pankreas gemacht werden soll, weil da unklares Gewebe drum rum ist, wurde nur mit dem Kopf geschüttelt und der Blick abgewendet.

Joa. Das sind nur die Dinge, die mir gerade adhoc einfallen. Da sind immer so kleine Stiche, immer, wenn es um meine Gesundheit geht.

Wo war ich denn eigentlich, vor meinem kleinen rant über die Familie?
Achso, MRT, genau.
OH MEIN GOTT. Das ist soooo laut. Aber bevor ich in die Röhre komme, erkärt mir eine Arzthelferin den Ablauf. Hierauf habe ich mich vorbereitet. Ich will eigentlich direkt fragen, wie es mit dem Kontrastmittel ist. So nach dem Eisprung. Welches ich bekommen soll, ob ich ein anderes bekommen kann, usw.
Schon bevor sich mir reinruft überlege ich: Also… meine Eisprung war vor knapp 2 Tagen. Die Einnistung beginnt erst in frühestens 3 Tagen. Ich bin total erschöpft von der Woche und will irgendwie gar nicht mehr über mögliche Komplikationen nachdenken.
Bevor sie mich reinholt, beschließe ich, die Untersuchung einfach so durchführen zu lassen, wie es am aussagekräftigsten ist. Wenn dieses Kontrastmittel verabreicht werden muss um zu sehen, was mit dem Gewebe nicht in Ordnung ist, dann ist es so. Ich zieh das jetzt durch.

Mit diesem Entschluss höre ich mir also die Aufklärung an und dann fällt der Satz, den ich never erwartet hätte: „Sie kommen jetzt in die Röhre, der Arzt schaut dann, ob Sie ein Kontrastmittel brauchen oder nicht.“

Aaaaach, wie cool ist das denn. Also MUSS ich es gar nicht nehmen. Das ist ja verrückt. Cool.

Ich werde also reingefahren, die Augen geschlossen und folge ihren Anweisungen: „Tief einatmen, auuuusatmen, Luft anhalten……………………………………………………….und weiteratmen.
Zwischen jedem „weiteratmen“ und „tief einatmen“ denke ich, ich werde rausgefahren und brauche doch das Kontrastmittel. Aber nein. Es kommt nix. Ich liege da über 20 Minuten drin und werde nicht wieder rausgeholt, um mir radioaktives Zeug zu spritzen.
Das erleichtert mich sehr, muss ich sagen. Obwohl ich nass geschwitz bin…ich glaub, es ist Panikschweiß. Diese Lautstärke. Ich fühle mcih, als würde ich auf einer Schranz-Techno-Party direkt an der Box liegen. So krass. Dann ruckelt es kurz vor Ende auch noch. Hilfeeee.

Aber dann. Geschafft. Auch das. Ich bekomme noch eine CD mit den Bildern für meinen Arzt, der Befund wird ihm direkt zugeschickt. Ich hoffe, dass ich hier schnell eine Rückmeldung bekomme.

Am Samstag haben wir uns zum Hundedate mit A und ihren Zwillingen getroffen, ihr Mann war natürlich auch dabei.
Ich durfte den kleene Sohn halten und sogar die Flasche geben, während A ihre Tochter gestillt hat. Sie bekommen Beikost. Die beiden sind schon ein halbes Jahr alt. Also fast. Das ist so krass.
In jedem Fall hat „dieses Erlebnis“, wenn ich es so nennen kann, nochmal alle Wünsche und Sehnsüchte in mir mobilisiert. Ich will auch so gerne ein Baby. Ein Kind. Ein kleines Wunder.

Aktuell, also vor allem seit der Hunderunde, hab ich wieder das Gefühl, ALLES auszuprobieren, ALLES zu tun, damit ich mein Kind, unser Kind, in den Armen halten kann.

Wie S das sieht, weiß ich nicht. Ich will ihn damit jetzt gar nicht volllöffeln, weil es ihn nur kirre macht. Einmal hü dann wieder hott. Ich kann es aber leider nicht ändern. Es ist eine Achterbahn der Gefühle und Entscheidungen.

Wir werden sehen, wie es weiter geht.

Achso, theoretisch kann ich in 2 Wochen dann wieder mit dem Testen anfangen. Ich hoffe einfach, dass ich mich lange gedulden kann.

Naja. Et kütt wie et kütt.

7 Kommentare zu „Grrrrrr

  1. Puh, ich könnte wirklich gut verstehen, wenn Du die Besuche bei den Schwiegereltern demnächst meldest. Wirklich. Das tut schon weh es zu lesen. Das muss sich niemand anhören. Niemand.

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  2. Na das ist ja mal eine „herzige“ Schwiegerfamilie. 🤮🤦‍♀️ Falls du mal eine passende Antwort geben möchtest, schau Oma/Mutter erstaunt lächelnd an und sage:

    “ Oh du musst eine großartige Ärztin/mFA sein. Wenn nur durch Anschauen weißt, was ich habe bzw. nicht habe. Toll! Wirklich!“ 😉

    Das ist wirklich unmöglich wie sie mit dir umgehen und ich würde mir das nicht bieten lassen. Im Zweifelsfall würde ich Ihnen tatsächlich irgendwann die Fehlgeburten hinknallen und fragen, ob ich mir die auch einbilde… gerade von med. Personal könnte man ja mehr Empathie erwarten. Und das hat mit deiner Kindheit auch gar nichts zu tun… Ich hatte bisher immer Recht, wenn ich glaubte, dass bei mir was nicht passt. Man kennt ja seinen Körper. 🙄

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    1. Lieben Dank für Dein Feedback und deinen Zuspruch 🙏🤗❤️
      Du hast total recht mit dem, das Du sagst und jedes Mal liege ich nächtelang wach und studiere Antworten und Reaktionen ein, die ich das nächste Mal auf jeden Fall allen vor den Latz knalle.

      Da ist aber S noch…der einfach totale Angst hat, dass dann die ganze Harmonie dahin ist. Er sagt, seine Familie könne sowas nicht einfach akzeptieren, dass es Streitigkeiten gibt…nicht einfach „vergeben“ können, wenn es zu Streit kommt….

      Aber ja, ich kann das nicht mehr länger als meine Verantwortung sehen. Die müssen auch was dafür tun, dass die Treffen harmonisch bleiben…

      Es ist so schwierig 😩😣😩

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      1. Entschuldigung, wenn ich jetzt sehr deutlich werde:

        Aber wie kann dein Partner nur so beschissen reagieren?! IHR HABT BEIDE EUERE KINDER VERLOREN… und selbst wenn nicht, kann er doch nicht stillschweigend zusehen, wenn sie SO mit dir umgehen! Sorry, aber das finde ich wirklich unmöglich.

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      2. Ach und es ist nicht schwierig: Art. 1 GG „Die Würde des Menschen ist unantastbar!“ und so wie sie mit dir reden, das hat kein Mensch verdient. Du machst nichts falsch, du sorgst dich lediglich um deine Gesundheit. Das ist dein gutes Recht!

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      3. Danke du Liebe❤️
        Ich werde mit jedem Mal ein wenig „stärker“, irgendwann auch stark genug, um für mich einzustehen 🙏

        Danke für Deinen Support 🙏🤗

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