Nicht viel los

Endlich der Termin zur Besprechung der Blutwerte.
Nachdem der MRT-Befund ja einen zirrhotischen Gewebsumbau ergeben hat, will der Arzt an Hand der Blutwerte sehen, ob meine Leber wirklich kaputt ist.
Ich muss diesmal über ne Stunde warten, bis ich dran komme. Das war sonst bei ihm nicht so. Und das, wo ich so viel zu tun hab…naja, geht nicht anders. Auch mal schön, nicht vorm Rechner zu sitzen. Haha.

Dann geht’s los.

„Wir fangen mal vorne an. Zunächst einmal möchte ich Ihnen zu ihrem sehr niedrigen Cholesterin gratulieren. Insgesamt sind Ihre Blutwerte super. Schauen Sie mal Ihren Langzeitwert. Der ist 6,0%. Das ist wirklich ok.“

Krass! Vor 8 Wochen war der noch bei 6,8%. Das ist ja heftig. So stünde zumindest aus dieser Warte der IVF nix im Wege. Gesund wäre unter 5,7%, aber mal im ernst….6,0% ist super.
Das mit dem Insulin scheint gut zu funktionieren. Whoop.
Ah, nur der Nüchterwert ist zum Zeitpunkt der Blutabnahme wieder etwas hoch, wie ich sehe. 128 mg/dl. Normale wäre unter 100. Nervig.Aber ok. Wer weiß. Das kann ja auch 1000 Gründe haben.

Er geht mit dem Stift noch hektisch über ein paar Werte drüber und murmelt „alles unauffällig, ok, gut, auch gut…“.
Dann wird er langsamer: „Wir haben ja auch auf Speicherkrankheiten wie Eisen oder Kupfer getestet. Also hier, Ihr Eisenwert ist auch super, nicht erhöht, super. Auch nicht zu niedrig, übrigens. Sehr gute Werte. Kupfer ist auch nix auffällig. Das kann ausgeschlossen werden. Jetzt zu den Leberwerten. Auch die sind wirklich gut. Es deutet nichts auf eine Autoimmungeschichte hin, kein Hepatitis B. Hepatitis C hatten Sie ja schon testen lassen, hatten Sie gesagt.“

Ich bestätige, dass es zusammen mit HIV standardmäßig in der KiWu-Klinik mitgetestet wird.

„Ja. Also Sie sind total gesund. Laut dem Befund. Natürlich ist es merkwürdig, dass sowohl die Sono als auch das MRT diese deutlichen Auffälligkeiten Ihrer Leber zeigen. Wir können noch einen weiteren Test machen. Es gibt noch eine Krankheit, die nennt sich „Amyloidose„. Ich muss ehrlich sagen, dass diese Krankheit so selten ist, dass ich nicht glauben kann, dass Sie sie haben. Auch zeigen Sie sonst keine weiteren Symptome. Aber da ist es eben so, dass das Blutbild völlig unauffällig ist, im Bildbefund aber etwas zu sehen ist. Da man das, wie gesagt, im Blut nicht nachweisen kann, müssten wir Sie punktieren.“

Oh neiiiiiiiiiiiiiin. Keine Leberpunktion. Ich weiß noch von meiner Mutter, wie schlimm das sein muss. Neiiiiiin.
Er nimmt meine Mimik direkt auf und sagt: „Nee nee, das tut nicht weh. Wir müssten eine Rektoskopie machen. Also Ihren Enddarm punktieren. Das dauert 3 Minuten, tut überhaupt nicht weh, Sie brauchen keine Betäubung oder so, können auch direkt wieder Auto fahren. Wollen wir das nächste Woche machen?“

Hä, ja na klar. Wenn das so easy ist. Ich frage ihn noch, ob wir das auch mcahen können, falls ich schwanger sein sollte. „Wissen Sie, so lange Sie keinen positiven Corona-Test haben, ist alles gut.“

Hehe. Sehr gut.

Ok. Dann wird also mein Rektum punktiert. Welch romantische Vorstellung. Kleiner Einlauf durch die Schwestern oder ich mache das selbst, wie mir beliebt.

Er fügt noch an, dass wenn diese Krankheit auch ausgeschlossen werden kann, wovon er ausgeht, dass es dann ratsam ist, den Bildbefunden nicht weiter nachzujagen. Dass ich dann einfach regelmäßig zur Kontrolle der Leber und der Leberwerte gehen sollte, aber ansonsten können man dann wahrscheinlich nicht mehr machen.

Mich freut es in jedem Fall, dass mein Blutbild so gut ist und vor allem, dass meine Leber nicht so kaputt ist, wie befürchtet.
Trotzdem bin ich auch etwas…naja….ach…frustriert, weil es wieder keine Erklärung oder gar Lösung für meine Unfruchtbarkeit gibt. Am Ende ist es einfach dem Alter geschuldet. Ich werde nun mal 38. Meine Eizellen auch.

Ah, ich kann im Mai noch zu einer „Koryphäe“ in puncto Hepatologie. Zumindest wurde er mir so angepriesen 🙂 .
Mein bester Freund (isser wirklich, auch, wenn es sehr pubertär klingt) B ist in der niedrigschwelligen, akzeptierten Drogen-Sozialarbeit unterwegs und hat, weil viele seiner Klienten eben durch verunreingtes Konsumbesteck oder ungeschützten Geschlechtsverkehr, an Hepatitis und meist auch einer Leberrzirrhose seiden, sehr engen Kontakt mit einem Hepatologen, der recht renommiert ist. Er hat direkt den Kontakt zu ihm hergestellt und ich bin gespannt, ob ihm noch etwas auffällt.

Ich schicke ihm vorab alle Befunde, die ich bisher habe, mal sehen, was seine Idee ist.

Termine in der Kinderwunschklinik hab ich noch keine gemacht, ich hab noch ein Fünkchen Resthoffnung, dass es diesen Monat klappt. Meine Oberweite nimmt auf jeden Fall langsam Fahrt auf, aber das wäre auch ein gängiges PMS Symptom.

Ansonsten gibt es nicht so richtig viel zu erzählen. Ich mache jeden Abend eine halbe Stunde Sport, meist Spinning oder HulaHoop und das bekommt mir sehr gut. Ich will nur unbedingt wieder mehr Stretching einbauen. Da tu‘ ich mich irgendwie momentan schwer, keine Ahnung warum. Aber, ich fange einfach heute damit an.

Soweit von mir. Habt einen schönen Sonntag ihr Lieben. ❤

4 Kommentare zu „Nicht viel los

    1. Ja, die Hoffnung schwingt jeden Monat mit.
      Trotzdem will ich nicht zu lange warten, bis ich nachhelfe… Am Ende isses echt zu spät.
      Aber jetzt ist erstmal positivity und Hoffnung dran und der Glaube, dass ich in 7 Tagen ein fettes „2-3“ auf dem Digi sehe und im Januar Mama werde 🙏

      Gefällt 1 Person

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